WERNE Braucht Werne einen Kunstrasenplatz? Wo wäre der geeignete Ort dafür? Wie teuer wäre der neue Sportplatz und wer würde ihn bezahlen? Hier gibt es Antworten auf diese Fragen.

FRAGE 1: Wer möchte einen Kunstrasenplatz?

Kunstrasenplatz
Foto: Kay Böckling
 

Die Fußballer sind sich einig - zumal nach der Ausfall-Welle dieses Winters: Ein wetterfester Kunstrasen muss auch in Werne bald zur Ausstattung gehören. Zuletzt äußerten sich auch die Leichtathleten des TV - mit einer klaren Tendenz pro Dahl. Allerdings geht es nicht um den Bau eines Sportplatzes allein. Vielmehr soll ein "Sport- und Begegnungszentrum" entstehen, von dem auch Breitensportler und das allgemeine Vereinsleben profitieren sollen.

Die politischen Parteien äußerten sich bislang gegensätzlich: Die CDU bevorzugt den Dahl, die SPD bleibt bei der Variante Lindert. Der lange favorisierte Standort hinter dem Bahnhof rückte zuletzt durch den Widerstand der umliegenden Schulen ins Abseits.

FRAGE 2: Was würde ein Sportplatz-Neubau kosten?

Verlässliche Prognosen für Werne gibt es noch nicht. Dafür aber Erfahrungswerte aus der Nachbarschaft, wo beinahe jeder Ort über einen Kunstrasenplatz verfügt.

Je nach Material und Ausstattung liegen die Baukosten zwischen 300.000 und 500.000 Euro. Dafür sind die jährlichen Unterhaltungskosten mit 6000 bis 8000 Euro etwa halb so hoch wie bei einem Tennenplatz. Für Naturrasen kann man etwa 20.000 Euro kalkulieren. Haltbarkeit und Belastbarkeit sind bei Kunstrasen ungleich größer.

FRAGE 3: Welche Finanzierungsmodelle sind möglich?

Dicke Brocken auf dem Platz - so sieht es nach dem Winter auf dem Sportplatz Lindert aus.
Dicke Brocken auf dem Platz -
so sieht es nach dem Winter auf dem Sportplatz Lindert aus.
Foto: Felix Guth

In Zeiten leerer Kassen zahlen Kommunen nur selten den gesamten Betrag - auch in Werne ist das unwahrscheinlich. Bleibt die Möglichkeit einer Eigenfinanzierung, wie sie der SV Herbern am Siepen unternahm. Allerdings bedeutet das über Jahre Belastungen für die Vereinskasse. In manchen Städten (z.B. Witten) wurden in der Vergangenheit Sportanlagen über Fördervereine oder Genossenschaften finanziert.