WERNE Groß war die Überraschung unter den Politikern, als in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses Dr. Jörgen Vogel, Direktor des Gymnasiums St. Christophorus, erklärte, das Bistum werde sein Grundstück im Lindert nicht verkaufen. Damit erschien das geplante Sport- und Begegnungszentrum Lindert akut gefährdet.

Schmuckloses Streitobjekt: Die Sportanlage am Lindert, die derzeit von den Jugend- und Senioren-Mannschaften des Werner SC genutzt wird.

Schmuckloses Streitobjekt:
Die Sportanlage am Lindert, die derzeit von den Jugend- und Senioren-Mannschaften des Werner SC genutzt wird.

Foto: Heinz Overmann

 

Das sieht die Werner SPD allerdings nicht so, wie Dirk Pohl im Auftrage der SPD-Fraktion in einer Presse-Erklärung mitteilte:

Die Entscheidung zum Verkauf der Fläche wird in Münster im Bischöflichen Generalvikariat getroffen. Von dort wurde die Bereitschaft zum Verkauf der Fläche bereits vor Wochen signalisiert.

Die SPD-Fraktion ist angesichts der Größe und Lage der verbleibenden Fläche der Ansicht, dass das Projekt auch dann realisiert werden kann, wenn die Fläche des Bistums nicht zur Verfügung steht.

Ausreichender Abstand zwischen Schule und Sportstätte

Dr. Vogel fürchtet eine Beeinträchtigung des Schulbetriebs durch die Sportanlage. Diese Befürchtung ist unbegründet. Während der Schulzeit findet üblicherweise kein Training statt. Außerdem ist der Abstand zwischen Schule und Sportstätte ausreichend. Außerdem soll die Anlage auch den Schülern und Schülerinnen seiner Schule zu Gute kommen.

Weiter will Dr. Vogel die Fläche für künftige schulische Nutzungen vorhalten. Die vorhandenen Gebäude und Flächen der Schule reichen angesichts des Schülerrückgangs völlig aus, um den Bedarf auf Jahre zu decken. Auch plant das Bistum keine Erweiterung der Schule.

Statt einer ungewissen Nutzung in der Zukunft könnte in überschaubarer Zeit eine Sportanlage in der Nachbarschaft des Gymnasiums St. Christophorus entstehen, die sich positiv auf den gesamten Schulstandort Lindert und damit auf das Gymnasium St. Christophorus auswirken würde.

Schulleitung sieht Gefahr durch randalierende Jugendliche

Dr. Vogel sieht die Sicherheit und Ordnung des Gymnasiums St. Christophorus durch randalierende und betrunkene Jugendliche gefährdet. Gerade um den Kindern und Jugendlichen sinnvolle und gesunde Freizeitmöglichkeiten anzubieten, engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger in den Vereinen.

Das Gymnasium St. Christophorus ist keine Insel elitärer Bildung für einen ausgewählten Teil der Kinder und Jugendlichen, die vor den anderen Jugendlichen "da draußen" geschützt werden müssen. In den Sportvereinen sind die gleichen Kinder und Jugendlichen organisiert, die auch das Gymnasium St. Christophorus besuchen.

Somit, erklärte Dirk Pohl, verfolge die SPD-Fraktion ihr Anliegen eines "Sport- und Begegnungszentrums Lindert" weiter. Es sollen alle Schulen eingebunden werden. Daher sollte Dr. Vogel die Möglichkeiten nutzen, statt sich zu verweigern.