Vor genau 27 Jahren empfing im Stadtstadion die A-Jugend des damaligen SSV Werne ebenfalls im Westfalenpokal den FC Schalke 04. Der Bundesliga-Nachwuchs siegte vor 800 Zuschauern mit 3:0, wobei der SSV wenigstens ein Ehrentor verdient gehabt hätte.

In der Werner A-Jugend, die übrigens von Karl Jahncke trainiert wurde,  standen Spieler wie Berthold Essiger, Jürgen Thannheiser, Thomas Pietsch, Michael Schwenniger, Frank Wohl oder Jürgen Wöstmann, die dann das Gerüst der ersten Herrenmannschaft, die unter Trainer Karl Jahncke innerhalb von drei Jahren den Durchmarsch von der Kreisliga A bis in die Landesliga schaffte.

Aufgeregt wegen der großen Kulisse

Jürgen Thannheiser

Jürgen Thannheiser

Jürgen Thannheiser gehörte am 7. März 1982 zur Mannschaft des SSV Werne, die gegen Schalke 04 antrat. „Wir waren damals sehr aufgeregt, denn wir hatten noch nie vor so einer großen Kulisse gespielt“, erinnert er sich. Und vor dem Spiel gab es ein von einem Sponsor gestiftetes Mittagessen, und „das lag uns im Magen, da nutzte auch das Warmlaufen um den Stadtsee nicht viel“.

Prunkstück der SSV-Jugend war der Angriff mit dem schnellen Berthold Essiger als Rechtsaußen, dem bulligen Jürgen Wöstmann als Mittelstürmer und dem Filigrantechniker Frank Wohl als Linksaußen – es spielten noch Kühnel (im Tor), Thannheiser, Golz, Havers, Jasper, Pietsch, Schwenninger, Nattler und Brocke.

Ehrentor blieb versagt

Chancen gegen den amtierenden deutschen Vizemeister Schalke hatte der SSV mehrfach. Die größte Gelegenheit vergab Jürgen Wöstmann in der 58. Minute, als er nach einer Kopfballvorlage von Michael Schwenninger frei vor dem Schalker Torwart Busch auftauchte.

Die erfolgreiche Werner A-Jugend blieb im Seniorenfußball keine fünf Jahre zusammen. Nach der Amtszeit von Karl Jahncke verpflichtete der Vorstand den Selmer Lothar Kraft als Nachfolger – gegen den Willen der meisten Spieler. Sie verließen den Verein, spielten teilweise in der Oberliga, etliche Jahre noch in der Landesliga – aber eben nicht beim SSV Werne. Der stieg 1988 in die Bezirksliga ab, wenig später hatte ihn die Kreisliga wieder zurück – eine sportliche Tragödie, leichtfertig von einem unbelehrbaren Vorstand in Szene gesetzt. Heute sind die meisten Spieler wieder beim Werner SC, dem Nachfolgeverein des SSV, der 2000 mit Sportfreunde 67 fusionierte.