Es steckt alles in einer Mappe. Triumphe, Anekdoten, Niederschläge - all das hat Ex-Fußballer Leo Melisch auf Fotos dokumentiert. Der langjährige Torjäger des SSV Werne wird heute 70 Jahre alt. Gelegenheit, mal einen Blick in das Fotoalbum des Werner zu werfen. Ein Porträt.

Schwarzweiß bestimmt das Bild. Schließlich stammen die Aufnahmen aus den Sechziger und Siebziger Jahren, der Glanzzeit von Leo Melisch. Gut 250 Tore erzielte er für den SSV Werne, die wichtigsten wohl im Jahr 1964 als er dem Klub mit 34 Treffern zum Landesliga-Aufstieg verhalf.

Und das alles nicht einmal unter seinem richtigen Namen. Denn "Leo" heißt eigentlich Herbert. "Aber unter dem Namen kennt mich kaum jemand", sagt der Jubilar. Den Spitznamen erhielt er in Anlehnung an die SSV-Größe Leo Balcerzak.

Leo Melischs Spezialgebiet: Flugkopfbälle

Die typische Melisch-Szene: Durchwühlen, weniger elegant als kraftvoll, aber erfolgreich. Sein Spezialgebiet: Flugkopfbälle. "Die hat mich mein Trainer Willi Kronsbein damals in der Sandkuhle am Hagen üben lassen. Immer wieder, stundenlang", berichtet Melisch, der die Beobachter dieser Zeit nicht nur optisch an HSV-Star Uwe Seeler erinnerte. Kronsbein, Bruder des bekannten Bundesliga-Trainers Helmut, habe er als Fußballer viel zu verdanken, ebenso den Trainern Lothar Ramig oder Herbert Eiteljörge.

Überhaupt empfindet Melisch viel Dankbarkeit für das, was ihm der Sport gegeben hat. Manche Geschichte fällt ihn zu den Fotos im "Album seines Lebens" ein. Etwa das Spiel mit der Stadtauswahl gegen die Nationalmannschaft Kanadas. "Da habe ich zwei Tore erzielt und eines meiner besten Spiele gemacht", erklärt er. Oder der Landesliga-Aufstieg im Jahre 1965 unter Trainer Lothar Rahmig, bis heute einer der größten Erfolge eines Werner Fußballvereins.