Fußball - 0:6 – Bittere Pleite zum Abschluss für den Werner SC

Der Werner SC hat das erfolgreichste Jahr seiner Vereinsgeschichte mit einer klaren Niederlage abgeschlossen.

Mit Mini-Aufgebot verliert der Landesliga-Aufsteiger das Nachholspiel gegen Eintracht Ahaus mit 0:6 (0:5). Maximilian Hinkelmann wird die Erinnerungen an diesen Tag immer mit einem Goldrahmen versehen: Er erzielt alle Tore für den Tabellendritten.

Der WSC überwintert dennoch auf einem Nichtabstiegsplatz.

Trainer Lars Müller beklagt vor dieser Nachholbegegnung mit Thannheiser, Link, Simon, Runde, Poggenpohl und Bruland ein halbes Dutzend Ausfälle und wählt eine 3:5:2-Grundordnung: Vor Treppe spielen Seifert, Stöver und Jücker in einer Dreierkette, davor zentral Klossek, Saado und Lachowicz sowie auf den Außen Manka (links) und Niewalda (rechts), die nach hinten unterstützend arbeiten sollen. Dies zusammen – mit Durkalic und Hennes als Doppelspitze – funktioniert in den ersten 20 Minuten sehr, sehr gut.

Nach neun Minuten zieht Klossek von rechts aus 35 Meter Torentfernung ab, weil er sieht, dass Keeper Lukas zu weit links vor seinem Kasten steht. Der Ball fliegt um Zentimeter am Pfosten vorbei ins Toraus. Und nach 13 Minuten besitzt Daniel Durkalic von der Strafraumgrenze aus die Chance zum 1:0, doch bei seinem Rechtsschuss von halblinks reißt Lukas rechtzeitig die Fäuste hoch.

Dann wird es bitter: Ahaus nutzt die mangelnde Absicherung der Werner auf der linken Seite zu einer Flanke, Erning legt auf Hinkelmann ab und der trifft freistehend aus kurzer Distanz zum 0:1. Zwei Minuten später: Seifert grätscht an einem Ball vorbei, Manka lässt die linke Seite offen, Hinkelmann darf frei auf Treppe zulaufen und ungestört zum 0:2 verwandeln.

Danach verlieren die Werner völlig die Ordnung, lassen ihren Gästen viel zu viel Platz. Nach 28 Minuten und einem Eckball steht Hinkelmann wieder richtig und staubt ab. Zehn Minuten später verlängert Saado den Ball mit dem Kopf unfreiwillig in den Lauf von Hinkelmann, der freie Bahn hat und zum 0:4 trifft (38.). Und nur drei Minuten später verliert Manka links den Ball und Hinkelmann veredelt die anschließende Flanke zum 0:5 (41.).

Bitter für den gebeutelten WSC: Seifert muss verletzt raus, Co-Trainer Christof Zilligen muss ran und macht fortan hinten links dicht.

Nach dem Seitenwechsel haben der eingewechselte Prinz und Durkalic die Chance zum Ehrentreffer, dann halten die Nerven bei zwei Spielern nicht: Hennes meckert sich mit Gelb-Rot vom Platz, Prinz sieht knallrot nach einem Foul an Dayan im Mittelfeld.

Nach dem 0:6 durch Hinkelmann (70.) bleibt auch Ahaus nicht zu elft: Stratmann zieht gegen Durkalic – unnötig bei dem Spielstand – die Notbremse und sieht ebenfalls die Rote Karte.


Werner SC: Treppe – Seifert (40. Zilligen), Stöver, Jücker – Manka (46. Prinz), Klossek, Saado, Lachowicz, Niewalda – Hennes, Durkalic

Tore: 0:1 (19.), 0:2 (21.), 0:3 (28.), 0:4 (38.), 0:5 (41.), 0:6 (69.) alle Hinkelmann

Bes. Vork.: Gelb-Rot für Hennes (59., Meckern), Rot für Prinz (66., Foulspiel), Rot für Stratmann (SV, 70., Notbremse)


Trainermeinung:

Jens Niehues (Ahaus): Das Ergebnis lässt sich nicht wegreden, wir waren am Ende noch gnädig. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr effizient. Das war auch nicht unsere beste Halbzeit der Saison. Bis zum Tor war das ein Spiel auf Augenhöhe.

Lars Müller (WSC): Ich ärgere mich mehr über die Niederlage als über die Undiszipliniertheiten. Ich kann von der Entwicklung des Spiels her verstehen, dass es nicht einfach ist, das 100 Prozent zu verkraften. Du musst trotzdem beherrscht bleiben. Es ist eine hohe Niederlage, aber ich gehe nicht davon aus, dass am Ende die Tordifferenz den Ausschlag geben wird. Wir haben das in den ersten 20 Minuten gut gemacht. Die ersten beiden Gegentore waren unnötig. Danach waren wir unorganisiert.

veröffentlicht von Wilfried Nordlohne