Fußball - WSC verzichtet auf Austragung der Werner Stadtmeisterschaft

Ein zuschauerträchtiger Fixtermin im Werner Sport nach Weihnachten und vor dem Jahreswechsel fällt in diesem Jahr weg. Denn der Werner SC, der in diesem Jahr mit der Ausrichtung der Hallenmeisterschaft im Fußball an der Reihe wäre, verzichtet auf eine Ausrichtung.

In einer E-Mail an die beiden anderen Werner Fußballvereine, die der Redaktion vorliegt, heißt es: „Bekanntermaßen ist der Werner Sport Club 2000 e. V. (WSC) Ausrichter der diesjährigen Hallenstadtmeisterschaften. Aufgrund der ungünstig gelegenen Feiertage, zunehmend mangelnder Attraktivität des Teilnehmerfeldes und der Notwendigkeit, die Titelkämpfe ohnehin in einer offenen Form durchführen zu müssen, wird der WSC in diesem Jahr die Titelkämpfe nicht ausrichten.“

Statt der Hallenmeisterschaften will der Sport Club einen anderen Wettbewerb ausrichten. So heißt es in der E-Mail weiter: „Wir haben vielmehr ein neues Konzept erarbeitet, um die Wertigkeit des Turniers wieder hervorzuheben. Die Stadtmeisterschaften sollen im WM-Jahr vor den Sommerferien im Sportzentrum Lindert mit entsprechendem Rahmenprogramm stattfinden.“

Sascha Hilmer, Geschäftsführer der Eintracht, kann die Einschätzung des WSC nicht nachvollziehen. „Ich denke mal, dass die Attraktivität da war. Ich kann die Argumentation nicht nachvollziehen, aber das müssen wir so akzeptieren“, blickt er auf die vergangenen Titelkämpfe zurück, die die Evenkämper ausrichteten. Der A-Kreisligist ist zudem Titelverteidiger bei den Senioren.

Auch wenn wegen der ungünstigen Feiertage die Meisterschaften auf Anfang diesen Jahres verlegt werden mussten, war gerade in den Jugendklassen die Linderthalle immer gut gefüllt. Dass die Eintracht einspringt und etwa Jugendturniere in der Linderthalle aufzieht, sei organisatorisch nicht mehr möglich. „Das wird zeitlich in diesem Jahr zu eng“, sagt Hilmer.

Im kommenden Jahr wäre der SV Stockum mit der Ausrichtung der Titelkämpfe an der Reihe. „Ich finde es gut, dass der Werner SC neue Wege geht und eine Reform angeht“, sagt Josef Holtrup, Kassierer der Fußballabteilung des SV Stockum. „Gerade bei den Seniorenteams hat sich das totgelaufen, auch wenn die Halle trotzdem voll war“, meint Holtrup weiter und verweist auf die Schwierigkeit, für die offene Form bei den Senioren attraktive Mannschaften wie den SV Herbern oder Nachbarn wie FC Nordkirchen zu gewinnen.

Allerdings gibt Holtrup auch zu bedenken, dass die Halle trotz der eher überschaubaren sportlichen Qualität immer voll besetzt war. „Die Leute sind doch froh, nach Weihnachten rauszukommen, ein Bier zu trinken, Fußball zu schauen und ein bisschen zu quatschen“, erinnert sich Holtrup an volle Hallen.

Overmann: "Fußballfest für Werner Vereine von der Pampersliga bis zur Ü60"

Und speziell mit Blick auf die Jugend meint auch Holtrup: „Für den Nachwuchs finde ich es schade. Denn da konnten auch immer die Eltern sowie Oma und Opa mit zuschauen.“ Ob nun im Sommer der Zuschauerzuspruch größer sei, bezweifelt Holtrup angesichts der wenigen Interessierten, die sich die Vorbereitungsturniere des SV Stockum und des Werner SC anschauten.

Deswegen sagt Holtrup: „Wir schauen uns das an. Danach sind wir schlauer.“ Aber auch eine Rückkehr an den alten Dezember-Termin im kommenden Jahr schließt Holtrup nicht aus. „Wir halten uns alle Optionen offen. Das werden ganz in Ruhe im Vorstand besprechen“, sagt er.

Thomas Overmann hat das Schreiben vor knapp vier Wochen an den SV Stockum und Eintracht Werne sowie an das Sportamt der Stadt und den Stadtsportverband abgeschickt. „Wir wollten direkt nach den Sommerferien für alle Planungssicherheit schaffen. In den letzten vier Wochen ist auch niemand von Eintracht oder Stockum auf mich oder meine Vorstandskollegen zugekommen. Deswegen wundere ich mich ein bisschen über die Reaktionen“, sagt Overmann und ergänzt: „Jeder andere hätte den Termin in den Ferien selber nutzen können.“

Nun plant der Werner SC für den Frühsommer nach dem Saisonende auch im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft eine Art „Fußballfest für die Werner Vereine von der Pampersliga bis zu Ü60“. Wie das genau aussehen soll, darüber wird sich der WSC-Vorstand noch Gedanken machen und auch auf die Eintracht und den SV Stockum zugehen.