Fußball - Offerte aus der Regionalliga: Öztürk verlässt den Werner SC

Faustdicke Überraschung bei den Fußballern des Werner SC: Der Landesliga-Aufsteiger muss sich für die kommende Saison einen Trainer suchen.

Meistercoach Kurtulus Öztürk wird den Verein verlassen, weil er das Angebot eines ambitionierten Regionalligisten annehmen möchte, dort als Co-Trainer zu arbeiten. Am Abend teilten Öztürk und der Fußball-Vorsitzende Thomas Overmann der Mannschaft diesen Entschluss mit.

Nun also RW Essen oder Alemannia Aachen statt Deuten oder Hilbeck: Für den 37-jährigen Ex-Profi ergab sich am Dienstag überraschend die Möglichkeit, jetzt auch als Trainer in den bezahlten Fußball einzusteigen. Nach einigen Gesprächen wurde Öztürk sich mit den Verantwortlichen seines neuen Vereins bereits einig, offiziell bekannt gegeben wurde die künftige Zusammenarbeit bisher aber noch nicht.

„Der Zeitpunkt ist natürlich jetzt ungünstig, das weiß ich auch. Das bereitet mir auch Unbehagen, aber ich musste mich schnell entscheiden. Und das Angebot kann ich echt nicht ausschlagen“, sagt Öztürk.

Um dem Sport Club möglichst schnell die Möglichkeit zu eröffnen, einen passenden Nachfolger zu finden, sprach der frühere Schützling von Joachim Löw sofort mit Thomas Overmann. „Das schätze ich an ihm. Wir sind jede Sekunde ehrlich miteinander umgegangen, so wie auch jetzt“, sagt der Fußballvorsitzende, und: „So bitter das für den WSC ist, aber das muss er jetzt so machen. Wer weiß, ob er diese Chance noch einmal bekommt.“

Kurtulus Öztürk ist seit 2013 beim Werner SC. Es ist seine erste Trainerstation – und sofort eine erfolgreiche dazu: Zunächst bewahrte er die Blau-Roten vor dem Abstieg in die Kreisliga, formte dann ein Spitzenteam und veredelte seine Arbeit nun mit dem Landesliga-Aufstieg.

Was er in Werne aufgebaut hat, ist den Verantwortlichen in größeren Vereinen nicht verborgen geblieben. Schon vor zwei Jahren hatte Öztürk das Angebot, in der Regionalliga bei RW Ahlen zu arbeiten. Dieses Mal aber hat die Offerte eine andere Qualität, denn der neue Verein hat sehr professionelle Strukturen und vor allem Perspektive.

Öztürk hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er aus der Berufung Fußballtrainer auch einen Beruf machen würde, wenn sich mal die Chance dazu ergeben sollte. Zumindest der Einstieg ist da.

Derweil macht sich Thomas Overmann bereits Gedanken über den Nachfolger seines Meistertrainers. Bedenken, dass er kurz vor dem Einstieg in die Vorbereitung auf 2017/2018 auf dem leergefegten Markt keinen passenden Mann mehr finden wird, hat er nicht, denn: „Wir sind eine gute Adresse geworden, da werden wir eine vernünftige Lösung finden.“