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| Leo Melisch feierte am 28. Januar 2009 seinen 70. Geburtstag. Er war in den 60er Jahren einer der bekanntesten Fußballer in Werne und DER Torjäger des SSV Werne.
Foto: Felix Guth
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Schwarzweiß bestimmt das Bild. Schließlich stammen die Aufnahmen aus den Sechziger und Siebziger Jahren, der Glanzzeit von Leo Melisch. Gut 250 Tore erzielte er für den SSV Werne, die wichtigsten wohl im Jahr 1964 als er dem Klub mit 34 Treffern zum Landesliga-Aufstieg verhalf.
Und das alles nicht einmal unter seinem richtigen Namen. Denn "Leo" heißt eigentlich Herbert. "Aber unter dem Namen kennt mich kaum jemand", sagt der Jubilar. Den Spitznamen erhielt er in Anlehnung an die SSV-Größe Leo Balcerzak.
Leo Melischs Spezialgebiet: Flugkopfbälle
Die typische Melisch-Szene: Durchwühlen, weniger elegant als kraftvoll, aber erfolgreich. Sein Spezialgebiet: Flugkopfbälle. "Die hat mich mein Trainer Willi Kronsbein damals in der Sandkuhle am Hagen üben lassen. Immer wieder, stundenlang", berichtet Melisch, der die Beobachter dieser Zeit nicht nur optisch an HSV-Star Uwe Seeler erinnerte. Kronsbein, Bruder des bekannten Bundesliga-Trainers Helmut, habe er als Fußballer viel zu verdanken, ebenso den Trainern Lothar Ramig oder Herbert Eiteljörge.
Überhaupt empfindet Melisch viel Dankbarkeit für das, was ihm der Sport gegeben hat. Manche Geschichte fällt ihn zu den Fotos im "Album seines Lebens" ein. Etwa das Spiel mit der Stadtauswahl gegen die Nationalmannschaft Kanadas. "Da habe ich zwei Tore erzielt und eines meiner besten Spiele gemacht", erklärt er. Oder der Landesliga-Aufstieg im Jahre 1965 unter Trainer Lothar Rahmig, bis heute einer der größten Erfolge eines Werner Fußballvereins.
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| Leo Melisch in Aktion - nicht nur wegen seiner Kofballstärke erinnerte der Torjäger an Uwe Seeler.
Foto: Krizanowski
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Doch auch das jähe Ende seiner Fußballer-Karriere ist dokumentiert. Angebote von Preußen Münster oder den BVB-Amateuren lagen Melisch vor, als das Knie streikte. Der junge Leo 1969 im Krankenbett in Hellersen, noch mit Optimismus im Gesicht. Ein Jahr später war Schluss mit Fußball. "Von einem Tag auf den anderen", wie er mit traurigem Blick berichtet.
Es begann eine "schwere Zeit", Melisch brauchte eine Weile, bis er sich mit dem Karriereende abgefunden hatte. Dem Fußball blieb er zunächst einmal fern. "Ich hatte die Schnauze voll." Nur noch ein einziges Mal trat er seitdem vor den Ball. Und machte in einem Benefiz-Spiel "Alt gegen Jung" 1977 selbst mit einem gesunden Bein alle nass.
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