Auszug des Werner SC aus dem Stadtstadion voller Schwermut
Geschrieben von: WA, Christine Holthoff Mittwoch, den 09. November 2011 um 14:51 Uhr
Bevor man etwas als „historisch“ bezeichnet, sollte man gut überlegen. Der Auszug des Werner SC aus dem Vereinsheim am Stadtstadion hat dieses Prädikat aber definitiv verdient. Rund 50 Helfer packten am Samstag mit an – von den Junioren bis zu den Altherren.
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„Jetzt wird’s ernst“, sagt Thomas Overmann, Sportlicher Leiter und Vorsitzender der WSC-Jugendabteilung. „Vorher hat man ja immer nur davon gesprochen. Jetzt ist es so weit.“ Dass hier eine Ära zu Ende geht, ist tatsächlich nicht mehr zu übersehen: Die Kabinen sind schon leer geräumt, draußen vor der Tür stapeln sich Tische, Bänke und Regale. Der alte Wegweiser zum Freiherr-vom-Stein-Stadion steht nutzlos in einer Ecke. Wie viele Umzugskisten, Möbel, Schilder und Ausrüstungsgegenstände vom Stadtstadion in den Lindert gekarrt werden, kann Overmann gar nicht sagen: „Es sind auf jeden Fall mehrere LKW-Ladungen.“
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Mitansehen zu müssen, wie alles ausgeräumt und abgebaut wird, ist für einige Helfer nur schwer zu ertragen. „Es ist schon traurig, wenn man bedenkt, dass ich hier jede Platte selbst verlegt habe“, sagt Willi Jasper. Für den 73-Jährigen war das Stadtstadion wie ein zweites Zuhause, bis heute ist er bei den Altherren aktiv. Nun muss er die Platten von damals wieder aufnehmen.
Auch Ernst Preik fällt der Abschied sichtlich schwer. Dass er überhaupt gekommen ist, ist schon eine Überraschung. Eigentlich habe er sich das alles gar nicht angucken wollen. Jetzt sitzt er auf den abgetragenen Platten und staubt ein kleines Holzbänkchen ab: „Was will man machen? Das Leben geht halt weiter. Ich brauch’ keinen Sportplatz mehr, nur für die Kinder tut’s mir leid“, sagt der 72-Jährige.
Die scheint der Umzug allerdings weit weniger zu berühren als die älteren Herrschaften. Während die Erwachsenen malochen, nutzen die Jüngsten die Gelegenheit, um noch ein letztes Mal auf dem altehrwürdigen Rasen zu kicken. Für Sentimentalitäten bleibt den E- und F-Junioren da keine Zeit. Ihnen ist egal, wo sie spielen. Hauptsache, der Ball rollt.
„Der Trainings- und Spielbetrieb findet ja schon lange im Lindert statt. Das läuft alles. Nur für das ganze Material aus den Verkaufs- und Büroräumen fehlt uns noch Platz. Das wird erst mal im Heizungsraum der Dreifachturnhalle zwischengelagert“, erklärt Overmann. Zwei Hochbauten für zusätzlichen Stauraum seien aber schon in Planung.
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Während der Sportliche Leiter redet, tragen die Helfer weiter Tische aus dem Vereinsheim, säubern Werbebanner und schrauben Schilder ab. Alte Unterlagen vom SSV Werne kommen zum Vorschein, im Besprechungsraum wächst der Fundus an Trainingsjacken, Trikots und Cappies. „Es fällt einem schon schwer, hier wegzugehen“, gesteht Overmann. „Wenn ich nur dran denke, krieg’ ich Gänsehaut.“
Schon im November sollen die ersten Bagger zur Erschließung des neuen Baugebiets im Stadtstadion anrollen.




