Positives Echo auf Sportstättenplan vom Profi

Positives Echo auf Sportstättenplan vom Profi

Nach der Vorstellungsrunde der Politik und der Vereine mit dem Sportstätten-Planer Dr. Günter Breuer haben die Fraktionen nicht sofort grünes Licht gegeben. Aber der Projektkoordinator der Verwaltung, Frank Gründken, geht davon aus, dass nach der internen Beratungsrunde der Fraktionen das „OK“ für den Auftrag folgt. Denn die Reaktionen auf die Beratung des Sportstätten-Entwicklungsplans am Dienstagabend seien überaus positiv gewesen, berichtete Gründken heute.

Er rechnet damit, mit Breuers Institut für Bedarfsforschung ZAK GmbH (Zielgruppe, Analyse, Konzeption) kommende Woche konkret über den Auftrag verhandeln zu können. Wie berichtet, schlägt die Verwaltung vor, für die perspektivische Sportstättenplanung den Fachmann Breuer für die Bedarfsprognose hinzuziehen.

„Wir haben im Hause den Ist-Zustand gepüft. In einem zweiten Schritt geht es jetzt darum, unter Betrachtung der demografischen Entwicklung und Entwicklung des Sports allgemein den Sportstättenbedarf für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu prognostizieren. Das sollten wir extern begleiten lassen“, so Gründken. Der Fachmann werde die Wettkampfstätten in allen Disziplinen nach den neuesten Richtlinien der Fachverbände beurteilen. Solches Detailswissen habe die Verwaltung nicht.

Die Sportstätten-Planung in Profi-Hand. Diese Flanke der Verwaltung wollen die örtlichen Vereine offenbar gerne annehmen, damit die Partie mit der Politik nach der verhaltenen ersten Halbzeit mit den „Elefantenrunden“ der Vereinsspitzen offensiver wird. Der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Jürgen Zielonka, signalisierte heute Zustimmung.

„Es nur zu begrüßen, wenn die Sache jetzt von einem Profi in die Hand genommen wird“, sagte der erste Vertreter des Werner Sports auf Anfrage. „Hier geht es schließlich um eine Bestandsaufnahme aller Anlagen nach neuesten Kriterien. So bekommen wir vom Fachmann eine Ist-Aufnahme, aus der sich die weiteren Dinge ableiten.“

Beispielsweise stünden mit der absehbaren Schließung dreier Schulen (alte Marien- und Fürstenhofschule sowie Weihbachschule) die dortigen Turnhallen auf dem Prüfstand. „Über diesen Weg können wir feststellen, welche Alternativen dafür geschaffen werden können“, so Zielonka. Auch er hat dabei im Blick, dass für veränderte Angebote, beispielsweise die zunehmende Gymnastik für Ältere, nicht zwangsläufig Turnhallen benötigt werden.

Wie sich die Bedarfe entwickeln, soll der Fachmann darlegen. Dazu werden unter anderem die Vereine befragt. Dass die Hallen ersatzlos aufgeben werden können, erscheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich.

Zielonka dämpfte zwar mit Blick auf die leeren Kassen die Erwartungen, brachte aber zugleich ein Begegnungszentrum ins Gespräch. „Der WSC hat diese Idee schon für den Lindert gehabt. Das ist nichts geworden. Aber die Frage stellt sich neu, wenn wir jetzt Schulgebäude aufgeben“, sagte der Sportverbandschef. Neben der Halle verfügten die Schulgebäude – in Nachbarschaft zum Lindert die alte Marienschule – über Räume, die sich unter anderem für Gymnastikgruppen herrichten ließen.
„Das muss alles in den Topf“, so Zielonka. „Wenn wir dann von Dr. Breuer eine Empfehlung haben und der Sport diese bewertet hat, bekommt die Politik ihr Werkzeug für den Sportstättenbau an die Hand.“

Über eine Lenkungsgruppe sollen Politik und Vereine die Arbeit begleiten. Norbert Hölscher vom Sportamt wird die Gespräche abstimmen. Für die Erstellung des so genannten Sportraumregisters und der Empfehlungen sind sieben Monate veranschlagt, wie Verwaltungskoordinator Frank Gründken erläuterte.

Dabei wird der Experte nicht nur Hallen und Stadien erfassen, sondern sich auch mit Dingen wie der Skater- und Beachvolleyball-Anlage, Radwegen, den Strecken im Stadtwald und nicht zuletzt dem Bad beschäftigen.